Fernerkundung

Aktuelle Beobachtungen aus dem All

Der Mitte November angekündigte Bau einer Tesla Gigafactory im brandenburgischen Grünheide ist ja inzwischen in aller Munde und auch oft Thema in den Medien. Um das Für und Wider soll es an dieser Stelle nicht gehen.

Großprojekte, wenn es um räumliche Größe geht, bringen es mit sich, dass man die Bauvorbereitungen und späteren Baufortschritte mit Hilfe frei verfügbarer Satellitenbilder jederzeit beobachten kann. Durch die Radartechnologie ist man dabei auch nicht mehr auf Tageslicht und wolkenfreien Himmel angewiesen.

Dies lässt sich recht gut am Vergleich der verschiedenen Aufnahmetechnologien bei zwei Aufnahmen des derzeitigen (07.03.2020) Standes auf der Baustelle erkennen.

S2_20200307S1_20200307

Die Aufnahme links stammt vom Satelliten Sentinel-2, der nur im optischen Bereich arbeitet. Die gerodete Fläche kann man wegen der Wolken und Wolkenschatten nur erahnen. Rechts dagegen eine Aufnahme des gleichen Tages von Sentinel-1, der Radarwellen aussendet und deren Reflektionen vom Boden aufzeichnet. Es könnten zu diesem Zeitpunkt durchaus Wolken über dem Gebiet vorhanden gewesen sein, sie hätten jedoch keine Auswirkung auf die Qualität der Aufnahme.

Zum Vergleich dazu noch zwei Aufnahmen des ursprünglichen Zustandes vom 8. Februar dieses Jahres.

S2_20200208S1_20200208

Links wieder die Sentinel-2-Aufnahme, wobei hier erwähnenswert ist, dass das komplette Fehlen von Wolken in unseren Breiten eher selten ist. Rechts die Aufnahme von Sentinel-1 vom gleichen Tag. In der Qualität genauso gut, wie die unter Bewölkung entstandenen vom 07.03.2020.

Als Quelle der gezeigten Ausschnitte diente das Portal Sentinel-playground . Dort können Interessierte kostenfrei und ohne Anmeldung auch andere Orte weltweit mit den Augen der genannten Satelliten beobachten.